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Team "Allgemeine Psychosomatik"

Zielgruppe
In unseren drei Behandlertams "Allgemeine Psychosomatik und Psychotherapie" werden Patienten mit einer Vielzahl verschiedener Störungen und Erkrankungen behandelt. Dazu zählen vor allem depressive Erkrankungen, schwere Lebenskrisen, Angst-, Zwangs- sowie Persönlichkeitsstörungen. Auch Patienten, die unter seelisch verursachten körperlichen Störungen leiden - typischerweise ist bei diesen so genannten "Somatoformen Störungen" die Funktion eines Organs betroffen, das Organ oder Organsystem als solches aber "gesund" - können in diese Behandlungssettings aufgenommen werden.

Eine stationäre psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich aufgrund der Schwere der Erkrankung eine ambulante oder teilstationäre Therapie als nicht ausreichend bzw. nicht gelungen erwiesen hat und ein intensiveres Behandlungsprogramm in der geschützten Atmosphäre eines Krankenhauses notwendig erscheint. Die zeitweise Herauslösung aus einem krankheitserhaltenden oder -fördernden Umfeld trägt dabei häufig entscheidend zum Heilungsprozess bei. Nicht nur erfährt der Patient durch den Wegfall alltäglicher Verpflichtungen eine gewisse Entlastung, durch den Abstand von alltäglichen Belastungen und Verstrickungen wird er häufig erst in die Lage versetzt, sich produktiv mit inneren Konflikten wie auch krankheitsauslösenden sozialen Faktoren auseinanderzusetzen.


Behandlungskonzept
Unser Behandlungskonzept ist psychodynamisch und gruppenorientiert, d. h. der überwiegende Teil der therapeutischen Arbeit findet in einer konstanten Gruppe von Mitpatienten statt. In der Gruppensituation stellen sich die Schwierigkeiten des Patienten in der Gestaltung seiner Beziehung zu sich selbst und anderen häufig unmittelbar dar und können so zum Ausgangspunkt der therapeutischen Arbeit werden. In den Einzelgesprächen kann dann das Verständnis der sich darstellenden Beziehungsmuster und -konflikte vertieft werden. Dem Patienten wird es auf diese Weise möglich, eigene Reaktions- und Verhaltensweisen besser kennen zu lernen, sie u.a. vor dem eigenen biografischen Hintergrund zu begreifen und sich mögliche neue Lösungswege zu erarbeiten.

Da in dem begrenzten Zeitrahmen einer stationären Behandlung häufig nur Grundlagen erarbeitet werden können, erscheint in einer Vielzahl der Fälle eine weitere ambulante Psychotherapie sinnvoll. Im individuellen Fall kann auch eine Intervall-Therapie in Absprache mit dem jeweils ambulant arbeitenden Therapeuten sinnvoll sein.


Behandlungsangebot
Die drei Behandlerteams verfügen über insgesamt 25 Therapieplätze (zwei Therapiegruppen mit jeweils 9 bzw. 7 Plätzen). In der therapeutischen Arbeit werden einsichtsorientierte Elemente (Gruppentherapie, Einzeltherapie, Sozialtherapie) mit erlebnisorientierten Elementen (szenische Bewegungstherapie und Musiktherapie) kombiniert. Der Wochenplan sieht im Einzelnen vor:

In der Gruppen- und Einzeltherapie, der Bewegungstherapie und der Musiktherapie stehen eher die Innenwelt des Patienten und seine Möglichkeiten, diese anderen mitzuteilen und mit anderen darüber nachzudenken, im Vordergrund. Erfahrungen in der therapeutischen Gemeinschaft der Klinik, die den Rahmen für die Behandlung darstellt, können hierbei ebenfalls wichtige Aspekte vermitteln. In der Sozialtherapie soll der Patient darin unterstützt und begleitet werden, seine reale Lebenssituation (z. B. Konflikte am Arbeitsplatz, finanzielle Probleme, schwierige Wohnsituation) zu klären und ggf. Weichenstellungen zur Veränderung der Situation vorzunehmen.

Die psychotherapeutische Behandlung erfolgt in Koordination mit eventuell erforderlichen körpermedizinischen und physiotherapeutischen Maßnahmen. Bei entsprechender Notwendigkeit und nach Absprache mit dem Patienten setzen wir auch Psychopharmaka ein. Jeder Patient erhält nach Prüfung der körperlichen Belastungsfähigkeit eine Einführung in Nordic Walking. Bei gegebener Indikation werden Paar- und Familiengespräche durchgeführt, die Behandlung kann mit weiteren Therapieangeboten in halboffenen Gruppen (Imaginationsübungen zur psychischen Stabilisierung, Skills-Training, Raucherentwöhnungstraining) ergänzt werden. Des Weiteren werden freie Therapiegruppen im künstlerischen, körpertherapeutischen und im sportlichen Bereich angeboten. Die freiwillige Mitarbeit in den verschiedenen Gremien der Patientenselbstverwaltung ist erwünscht und kann wichtig für den therapeutischen Entwicklungsprozess sein.


Behandlungsablauf
Vor dem Beginn der stationären Behandlung wird die Notwendigkeit und Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung in der Sonnenberg Klinik sorgfältig überprüft. Wir bitten unsere Patienten daher zunächst, den auf unserer Homepage hinterlegten "Selbstbericht" auszufüllen und ggf. die Einschätzung des ambulant behandelnden Arztes oder Psychotherapeuten einzuholen. Häufig führen wir ein ambulantes Vorgespräch durch, welches dem gegenseitigen Kennenlernen, aber auch der Klärung wichtiger Fragen und Voraussetzungen im Hinblick auf eine Behandlung in unserer Klinik dient. Jeder Patient wird in den ersten Tagen von seinem Paten, d.h. einem Mitpatienten seiner Behandlungsgruppe, begleitet. Ab dem 2. Aufenthaltstag ist die Teilnahme am Therapieprogramm der Abteilung verbindlich.


Behandlungsziele
Am Beginn des stationären Aufenthaltes steht neben der Etablierung eines stabilen Arbeitsbündnisses mit dem therapeutischen Team die Erarbeitung gemeinsamer Zielvorstellungen. Die Behandlungsziele werden individuell formuliert und müssen im Verlauf des therapeutischen Prozesses bzw. der in der Regel zwischen 6 und 10 Wochen dauernden Behandlung immer wieder überprüft und auch hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit hinterfragt werden. Die Bearbeitung innerer Konflikte wie auch die Klärung "äußerer" Lebensprobleme nehmen dann im weiteren Verlauf einen größeren Raum ein. Häufig wird im Verlauf der stationären Behandlung die Motivation zu einer ambulanten Fortführung der Psychotherapie nachhaltig gestärkt.