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Team "Junge Erwachsene"

Zielgruppe
Im frühen Erwachsenenalter, in dem die äußere und innere Ablösung vom Elternhaus häufig weitgehend bewältigt ist, geht es darum, sich in privaten Beziehungen zu etablieren, sich im beruflichen Kontext zu bewähren und die Klippen der ersten Berufsjahre zu bewältigen. Es tauchen Fragen über die Richtigkeit der getroffenen Entscheidungen auf. Die Gleichzeitigkeit von beruflichen Herausforderungen, der fortschreitenden Ablösung vom Elternhaus und Verunsicherungen in neuen zwischenmenschlichen Beziehungen stellen wesentliche Konfliktthemen in diesem Lebensabschnitt dar. Eine stationäre psychotherapeutische Behandlung in dieser Lebensphase ist besonders dann sinnvoll, wenn

  • die Schwere der Symptomatik eine ambulante Therapie nicht aussichtsreich erscheinen lässt, unmöglich macht oder schon hat scheitern lassen,
  • die zeitweise Herauslösung aus einem krankheitserhaltenden Umfeld angezeigt ist,
  • fehlende oder konflikthafte soziale Kontakte eine weitere Entwicklung und Verselbständigung verhindern,
  • Komplexität und Schwere des Krankheitsbildes ein intensives und multimodales Behandlungsangebot notwendig machen.

Das stationäre psychotherapeutische Angebot richtet sich damit an Patienten im frühen Erwachsenenalter zwischen 25 und 30 Jahren, deren psychische und/oder psychosomatische Beschwerden im Zusammenhang stehen mit Problemen bzw. dem Scheitern an Entwicklungsaufgaben, die charakteristisch sind für diese Lebensperiode.


Behandlungskonzept
Der Gruppe der in etwa gleichaltrigen Patienten messen wir in unserem Behandlungskonzept eine besondere Bedeutung bei. Eigene Schwierigkeiten und Konflikte werden oft besser verständlich, wenn der Betreffende sie auch bei einem anderen Menschen beobachten kann.

Während in der Einzel- und Gruppentherapie, der Szenischen Bewegungstherapie und Musiktherapie die Auseinandersetzung mit den seelischen Kräften und Konflikten in der Innenwelt und dem Erleben von Beziehungen im Vordergrund steht, unterstützt die Sozialtherapie den Patienten bei der Weichenstellung hinsichtlich seiner realen Lebenssituation nach dem Klinikaufenthalt. Die verschiedenen Behandlungsbausteine sind eingebettet in das therapeutische Konzept der Gesamtklinik, die unter dem Aspekt der therapeutischen Gemeinschaft den Rahmen für den individuellen Behandlungsverlauf darstellt.


Behandlungsangebot
Das Team verfügt über 7 Behandlungsplätze. In der therapeutischen Arbeit werden einsichtsorientierte Therapieelemente (Gruppentherapie, Einzeltherapie, Sozialtherapie) und erlebnisorientierte Therapieelemente (Szenische Bewegungstherapie, Körper- und Musiktherapie) miteinander kombiniert:

Daneben ist auch eine zusätzliche Teilnahme an sogenannten "freien Therapieangeboten" beispielsweise an Imaginationsübungen zur psychischen Stabilisierung, Entspannungsverfahren, Freies Gestalten, Musikmeditation, Bogenschießen etc. möglich. Bei entsprechender Notwendigkeit wird die Behandlung nach Absprache mit dem Patienten ergänzt durch körpermedizinische und physiotherapeutische Maßnahmen sowie die Gabe von Psychopharmaka.


Behandlungsablauf
Vor Beginn der stationären Behandlung wird die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Behandlung sorgfältig überprüft. Daher bitten wir Interessenten an unserem Behandlungsangebot einen "Selbstbericht" auszufüllen und um eine kurze Einschätzung durch den vorbehandelnden Arzt/Psychotherapeuten. Üblicherweise führen wir ein ambulantes Vorgespräch durch. Dieses dient dem gegenseitigen Kennenlernen, gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, Fragen zu den Voraussetzungen einer Behandlung in unserer Klinik zu klären. Jeder Patient wird in den ersten Tagen von seinem Paten, d.h. einem Mitpatienten seiner Abteilung, begleitet. Ab dem zweiten Aufenthaltstag erfolgt die verbindliche Teilnahme am Therapieprogramm der Abteilung.


Behandlungsziele
Die Behandlungsziele werden für jeden Patienten individuell formuliert und sind von verschiedenen Aspekten abhängig, zum Beispiel dem zugrundeliegenden Krankheitsbild, der Schwere der Symptomatik und den sich daraus ergebenden Einschränkungen im Alltag. Eine erste Formulierung der Behandlungsziele erfolgt schon im ambulanten Vorgespräch. Die Ziele der Behandlung müssen selbstverständlich im Verlauf des Behandlungsprozesses immer wieder überprüft und auch hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit kritisch überdacht werden.

Während zu Beginn der Behandlung die Entwicklung gemeinsamer Zielvorstellungen und die Etablierung eines tragfähigen Arbeitsbündnisses im Vordergrund stehen, wird zum Ende der Therapie die Planung der Zeit nach dem Klinikaufenthalt, sowohl hinsichtlich der sozialen Situation, wie auch bezüglich einer ambulanten Fortführung der Therapie besonderen Raum einnehmen.